Geschichte

Schon lange vor 1675 stand in Unterlunkhofen eine kleine Kapelle. 1675 und 1676 gab es Unterhandlungen zwischen Muri und Bremgarten wegen eines Neubaus. Unterlunkhofen wollte eine grössere Messkapelle, was von Muri wegen Konkurrenzierung der Pfarrkirche Oberlunkhofen abgelehnt wurde.

Die frühbarocke Altarfigurengruppe (auch Beweinungsgruppe genannt) stammt aus der Wickart-Schule, Zug. Sie besteht aus einem Vesperbild (ital. Pietà), einer plastischen Darstellung der Muttergottes mit dem toten Christus auf dem Schoss und zwei Assistenzfiguren, dem hl. Johannes Evangelista und der Maria Magdalena.

1937 wurde die neue Dorfkapelle mit einem kleinen, flachgewölbten Andachtsraum an der Rottenschwilerstrasse gebaut und eingeweiht. Die aus Lindenholz geschnitzten Figuren wurden 1978 restauriert und unter kantonalen Denkmalschutz gestellt.

Im Mai und Oktober finden regelmässig Maiandachten statt.

Opfer des Strassenbaus

Die Dorfkapelle zu Unterlunkhofen

Es scheint, dass es bereits über das 17. Jahrhundert hinaus ein kleines Bethaus in Unterlunkhofen gegeben hat. Dieses wurde allerdings sich selbst überlassen, weshalb 1675 wegen eines Neubaus verhandelt werden musste. Den Anstoss hatte ein Ehepaar Staubli-Kohler mit einer beträchtlichen Stiftungssumme gegeben. Zudem sollte der Neubau nicht nur grösser werden, es sollten künftig in der Kapelle auch Messen gefeiert werden. Gegen ein grösseres "Bethaus" hatte Muri als gebietendes Kloster nichts einzuwenden, solange die Gemeinde Unterlunkhofen ohne Schaden für die Pfarrei den Unterhalt übernahm. Also konnte der Neubau 1676 doch noch verwirklicht werden.

Verein als Zügelhelfer

1937 musste die oberhalb der Landstrasse befindliche Andachtsstätte einer Strassenkorrektur weichen. Als Ersatz konnte dank einer Landspende der heute noch vorhandene Neubau an der Rottenschwilerstrasse realisiert werden. Um den "Umzug" erfolgreich über die Bühne zu bringen, konstituierte sich 1937 der Kapellenverein Unterlunkhofen, der noch heute als Eigentümer der Kapelle amtet.

Prominentes Schmuckstück

Zu den schützenswerten Kunstgütern gehört seit 1978 die im inneren des Kirchlein befindliche, frühbarocke "Beweinungsgruppe". Da die Quelle über Alter und Autorschaft der Plastik keine Auskunft geben, gehen Sachverständige aufgrund stilistischer  Kriterien davon aus, dass die Gruppe aus der Schule des Zuger Bildhauers Johann Baptist Wickart stammt.